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Interviews

Mängelexemplare: Dystopia

Mit ‚Das Schloss‘ hat Tim Svart einen Amazon-Hit gelandet. Aktuell schickt er seine Leser in der Novelle ‚Otherside: Jenseits der Grenze‘ auf die Suche nach dem Unergründlichen. Und ab demnächst gehört Tim auch zur Mängelexemplare-Familie. Herzlich willkommen, Herr Svart!

Mnglxmplr: Hey Tim, zu Beginn eine lockere Frage zum warm werden: Warum schreibst du unter Pseudonym und wo kommt es her?

Tim: Als ich zum ersten mal kurz davor stand, einen belletristischen Text von mir zu veröffentlichen, stellte sich natürlich auch die Frage, unter welchem Namen ich dies tun wollte. Da ich mir von Anfang an darüber klar war, dass ich zumindest teilweise im Horror-Genre unterwegs sein würde und ich nicht Gefahr laufen wollte, dass meine Geschichten aus Rücksicht auf andere - z. B. berufliche Hintergründe - schon in meinem Kopf eine gewisse Zensur durchlaufen müssen, entschied dich mich dafür, nicht unter meinem richtigen Namen zu schreiben.

Allerdings ist ein Pseudonym natürlich keine Geheimidentität und das muss es auch nicht sein. Denn wenn man nicht nur an der Oberfläche kratzt, wird man durchaus fündig, aber es ist eben nicht auf den ersten Blick offensichtlich, wer als Autor hinter einer Geschichte steht.

Mit dem Vornamen habe ich mich – aufgrund der Ähnlichkeit zu meinem bürgerlichen Namen und der Tatsache, dass dieser vor allem im Ausland schon oft zu Tim wurde – relativ schnell angefreundet. Blieb die Frage nach einem geeigneten Nachnamen. Aufgrund meiner Leidenschaft für düstere Geschichten auf der einen und die für Schweden auf der anderen Seite, kam ich irgendwann auf „Svart“, was das schwedische Wort für „schwarz“ ist. Schwarz im Deutschen schien mir für meine Zwecke zu wenig als Erkennungsmerkmal geeignet.

Mnglxmplr: Deine größten Erfolge hast du bisher als Self-Publisher gefeiert. Verrätst du uns dein Geheimnis? Was hast du anders gemacht als andere?

Tim: Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Grundsätzlich versuche ich, Geschichten zu schreiben, die ich selbst gerne lesen würde. Ein alter, vielleicht sogar schon abgedroschener Ratschlag, aber er funktioniert. Denn nichts ist so zäh wie die Arbeit an einem Buch, das einen eigentlich nicht interessiert und das man schreibt, weil der Markt vermeintlich darauf wartet. Außerdem bemühe ich mich, eine Qualität abzuliefern, die ich selbst als Leser erwarten würde.

Ist das die Garantie für einen Bestseller? Mit Sicherheit nicht. Es gibt Millionen guter oder sehr guter Bücher, die nicht aus dem Quark kommen. Meines Erachtens gehört also auch eine gehörige Portion Glück dazu. Mann muss aber versuchen, diesem so gut wie möglich auf die Sprünge zu helfen.

Beim „Schloss“ habe ich ein Prequel in Form einer Kurzgeschichte geschrieben, die ich kostenlos bei Amazon zum Download bereitgestellt habe. Keine Ahnung ob es daran lag, aber der Roman kletterte relativ schnell die Amazon-Bestsellerlisten empor. Am Ende führte er sechs Wochen lang die Horror-Bestseller an und knackte sogar die Kindle-Top10. Ein Erfolgserlebnis, für das ich noch immer sehr dankbar bin.

Mnglxmplr: Mit deiner Geschichte erwartet die Leser ein ganz starker Einstieg in die Anthologie. Verrat doch mal ein bisschen was, ohne all zu viel zu verraten!

Tim: Danke für die Blumen! Und auch für die Ehre, mit No. 2/209/197/613 den Einstieg in ein Buch zu machen, auf das ich wirklich sehr gespannt bin. Um ehrlich zu sein, kam ich nach deiner Einladung zu dem Projekt ein wenig in Schwitzen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich nämlich nie an einem dystopischen Thema versucht. Dennoch kam mir die Idee zu der Geschichte dann relativ schnell und ich habe die Rohfassung an zwei Nachmittagen runtergeschrieben. Aufgrund mangelnder Erfahrungen mit dem Thema war ich mir zunächst aber auch nicht sicher, was ich von dem Ergebnis halten sollte. Du hast mich aber davon überzeugt, die Story so zu lassen, wie sie war. Und tatsächlich enthält die finale Fassung nur sehr wenige marginale Änderungen gegenüber der ersten Rohfassung.

Was den Inhalt der Geschichte angeht, möchte ich eigentlich nicht zu viel verraten. Letztendlich habe ich mich bemüht, möglichst viele der großen Themen in ihr unterzubringen: Freundschaft, Liebe, Vertrauen - aber auch die Angst und Verzweiflung, die jeder von uns beim bevorstehenden Weltuntergang mit Sicherheit durchmachen würde.

Übrigens: Im Laufe der Arbeit an dem Buch ist die Geschichte tatsächlich zu meiner bisherigen Lieblingsgeschichte unter meinen Kurzgeschichten avanciert. Leider ist sie wohl dazu verdammt, dass man sich ihren Namen nicht merken kann. Dafür wirken ihr Inhalt und damit das Schicksal der handelnden Personen hoffentlich umso länger nach.

Mnglxmplr: Danke für das nette Gespräch.

 

Interessiert euch meine Geschichte aus der Anthologie "Mängelexemplare: Dystopia"? Hier findet ihr eine Leseprobe! Und hier geht´s zum Buch! 

The Next Big Thing Blog Hop

Michael Vieten, Autor der Kurzgeschichtensammlung »Unheimliche Begegnungen - Aus der Zwischenwelt« sowie der Romane »Das Leben und das Sterben des Jason Wunderlich« und »Atemlos« war so freundlich, mich um ein Interview im Rahmen des The Next Big Thing Blog Hop zu bitten. Ein kleiner Google-Ausflug zeigte zu meiner großen Überraschung, dass es sich hierbei um ein sehr weit verbreitetes Projekt handelt. TNBTBH ist eine Autoreninitiative, bei der immer wieder die gleichen Fragen gestellt werden und auf den Homepages oder Blogs der jeweiligen Autoren veröffentlicht werden. Wie bei den früheren Kettenbriefen lädt jeder Befragte weitere Autoren ein, an der Aktion teilzunehmen. So verbreitet sich The Next Big Thing Blog Hop rasend schnell über das Internet und bietet interessierten Lesern spannende Einblicke in die Arbeit unterschiedlichster Autoren.

Stockholm 2012 (Musik der Finsternis)

Wayne´s Coffee, Stockholm im Mai 2012

Stina: Hej Tim, herzlich willkommen in Stockholm. Du hast dich lange nicht blicken lassen. 


Tim: Hej Stina. Ja, das stimmt. Es gab einfach zu viel zu tun. Aber ich freue mich auch, wieder einmal hier zu sein. Ich liebe diese Stadt. Und die Zimtschnecken. Übrigens, vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, dieses Interview mit mir zu machen.


Stina: Nichts zu danken. Aber eigentlich kommt diese Stelle ja erst am Ende des Interviews. Und eigentlich müsste ich dir danken. 


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