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Konflikt. Konflikt. Konflikt.

Viele Menschen haben in ihrem Leben schon einmal eine Geschichte geschrieben. Sicherlich nicht gleich einen ganzen Roman von mehreren hundert Seiten Länge, aber wenigstens einen Schulaufsatz oder vielleicht sogar eine richtige Kurzgeschichte.  Und selbst wer noch nie zur Feder gegriffen bzw. in die Tasten gehauen hat, wird sich beim Lesen eines Buches schon einmal die Frage gestellt haben: Warum ist dieses Ding so verflucht spannend, dass ich es überhaupt nicht mehr aus der Hand legen mag? 

Oder, aus Sicht des Autors gesprochen: wie kann ich eine bloße Idee in eine fesselnde Geschichte verwandeln, die den Leser über viele Seiten bei der Stange hält und ihm einige vergnügliche Minuten oder gar Stunden beschert?

Es ist wahrlich keine neue Erkenntnis, kann man es doch in beinahe jedem Schreibratgeber nachlesen:
 
Conflict is the key.
 
Selbst die ausgefeilteste Geschichte wird gähnend langweilig, wenn ihre Protagonisten nicht immer wieder Konflikten gegenüberstehen, die sie davon abhalten, ihr erklärtes Ziel zu erreichen. Warum erzähle ich euch das? Ganz einfach: der Konflikt ist auch das zentrale Instrument meiner Kurzgeschichte „Der Bewerber“ aus der beliebten Kurzgeschichtensammlung „Tödliche Nächte“.
 
Aus einer scheinbar unspektakulären Grundidee entwickelt sich mittels eingestreuter Konflikte in Windeseile eine tödliche Mission: Mike Forman, inzwischen ein ausgebuffter Profi auf seinem Fachgebiet, bewirbt sich für einen neuen Auftrag, dessen Ausführung für ihn keine besondere Herausforderung darstellen wird. Wie schnell wäre die Geschichte zu Ende, wenn alles nach Plan liefe. Aber im echten Leben läuft nur selten etwas nach Plan. Und in der Belletristik eben noch viel seltener.
 
Zum Glück. Denn wie langweilig wäre eine Geschichte ohne unvorhergesehene Schwierigkeiten? Beispiel gefällig?
 
Edward Lewis, alias Richard Gere, mietet sich eine Prostituierte und verliebt sich in diese. Gemeinsam starten sie in ein neues Leben.
 
Beide sind glücklich, der (äußerst kurze) Film ist zu Ende.
 
Oder:
 
Luke Skywalker hat einen Kindheitstraum: er möchte ein Jedi werden, wie sein Vater. Er sucht sich einen Meister, der ihn ausbildet und verliebt sich zudem in die schöne Prinzessin Leia. Die beiden heiraten und schlagen ganz nebenbei das böse Imperium in die Flucht.
 
Verglichen mit dem tatsächlichen Film wäre das Ergebnis beinahe identisch (außer, dass sie aus den bekannten Gründen nicht heiraten), aber der Weg dorthin wäre deutlich weniger unterhaltsam und mit Sicherheit keine drei bzw. sechs Spielfilme lang.
 
Fakt ist: der Leser möchte nicht, dass es seinem Protagonisten gutgeht. Er möchte vielmehr, dass dieser kämpfen muss, um seine Ziele zu erreichen. Bis zur letzten Seite. Und erst am Ende wird er schließlich mit einem Happy End belohnt.
 
Vielleicht. Aber längst nicht immer. Jedenfalls nicht bei mir. Eine meiner Grundregeln lautet: niemand ist sicher. Keine Figur ist gesetzt. Kein Charakter ist so wichtig, als dass er im Laufe der Geschichte nicht das Zeitliche segnen könnte.
 
Jack Kilborn, ein amerikanischer Indie-Autor von Horror-Thrillern, hat in seinem Blog einmal sinngemäß geschrieben: „Wirf deine Charaktere ins Wasser und sieh, ob sie schwimmen oder untergehen. Schwimmen sie, jage ihnen ein paar Haie hinterher!“
 
In diesem Sinne: begleitet Mike Formans Schwimmversuche. Ich verspreche euch, dass mehr als nur ein Hai seine Bahnen kreuzen wird!
 
Viel Vergnügen!
 
p.s.: Die Kurzgeschichte „Der Bewerber“ ist auch Teil der bliebten Kurzgeschichtensammlung „Tödliche Nächte“. Diese ist als KINDLE-ebook (0,99 EUR) sowie als Taschenbuch (4,99 EUR) erhältlich.

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